pv Magazin Award für BYD Hochvolt-Batterie

pv magazine Award für BYD Hochvolt-Batterie

Die jüngste Batterie des Speicherherstellers BYD überzeugt die Jury in drei Kategorien. Außerdem stellt sich das Unternehmen dem pv magazine Speichervergleich. 21. November 2017 Michael Fuhs Speicher Technologie Deutschland Die einzelnen Batteriemodule der neuen Hochvoltbatterie von BYD können ohne zusätzliche Kabel direkt ineinander gesteckt werden.

Speichersysteme sind komplex und lassen sich nicht nur bezüglich einer Kategorie bewerten. Manchmal schließen sich besonders gute Eigenschaften in zwei verschiedenen Kategorien sogar technisch aus. Dann zählt nur der Kompromiss, der für jede Anwendung anders optimal sein kann. Daher stellen wir bei jedem Award für einen Speicher diesen Satz voraus: Die Jury bewertet einzelne Innovationen – kann jedoch nicht das beste Speichersystem küren. BYD hat nun ein Batteriespeichersystem auf den Markt gebracht, das in drei Kategorien den Fortschritt vorantreibt: der Modularität, der Lade- und Entladeleistung sowie der Effizienz. Bei der Effizienz schafft das Unternehmen gleich auch noch Transparenz. Es hat sich dem pv magazine Speichervergleich unterzogen. Daher haben sich die Juroren entschieden, den pv magazine award in der Kategorie „top innovation“ an BYD zu vergeben. Um die Effizienz zu erhöhen, hat BYD die neue Batterie mit hoher Ausgangsspannung versehen. Es gibt echte und unechte solcher Hochvoltbatterien. Bei den unechten sorgt ein Transformator oder ein Hochsetzsteller für die hohe Spannung. Das hat per se noch keinen oder nur einen kleinen Effizienzvorteil. Bei BYD handelt es sich um echte. Dafür schaltet das Unternehmen die Batterien in Reihe, sodass die Ausgangsspannung mit jedem Modul steigt. Die Variante mit zehn Kilowatt Speicherkapazität hat bereits über 400 Volt. Die hohe Spannung erlaubt es, im Batteriewechselrichter auf den Transformator zu verzichten. Das erhöht in der Theorie die Effizienz. Die Messungen zeigen, dass das Konzept in der Praxis aufgeht (Seite 19), wenn auch mit einem System-Performance-Index von 89 Prozent der Abstand zu den bisher vermessenen Niedervoltsystemen nicht riesig ist (Erläuterung siehe pv magazine Speichervergleich). Die Diskussion dazu zeigt, von welchen Parametern und Anwendungen es abhängt, dass Hochvolt in Zukunft seine volle Stärke ausspielen kann.

Außer BYD hat derzeit nur Sony eine „echte“ Hochvoltbatterie auf dem Markt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Anforderungen an die Isolation steigen und Hersteller daher von Hochvoltsystemen absehen. Ein großer Schritt bei dem neuen Produkt des chinesischen Herstellers ist die Lade- und Entladeleistung. Die Batterie kann innerhalb einer Stunde vollgeladen oder entladen werden. Techniker sagen, sie hat eine C-Rate von eins. Die Batterie mit zehn Kilowattstunden Kapazität kann also mit zehn Kilowatt Leistung betrieben werden. Für fünf Minuten ist sogar die doppelte Leistung möglich. Im Heimbereich sind sonst oft nur C-Raten von 0,25 bis 0,75 üblich. Die hohen C-Raten können relevant sein, wenn in Offgrid-Systemen, wo das Netz nicht als Sicherheit zur Verfügung steht, Lastspitzen auftreten. Oder für Geschäftsmodelle zur Lastspitzenkappung in Gewerbebetrieben, bei denen die Batterie über die Vermarktung von Primärregelleistung zusätzliche Einnahmen erwirtschaften soll oder zur Notstromversorgung dient. Im Eigenheim ist denkbar, mit der Batterie ein Elektroauto schnell mit gespeichertem Solarstrom aufzuladen. Für all diese Anwendungen ist entsprechende Leistungselektronik nötig. Bisher kann man die neue Batterie mit dem SMA Sunny Boy Storage einsetzen. BYD arbeitet an Kooperationen mit anderen Herstellern für andere Anwendungen. In Kürze wird es eine Freigabe von BYD und Kostal geben. Die Modularität fällt schon beim Anblick des Systems ins Auge. Die Batterien werden auf dem Boden gestapelt. Sie verbinden sich per Stecksystem und müssen nicht verkabelt werden. Da die Batterie über ein intelligentes Managementsystem verfügt, können auch verschieden gealterte Module miteinander kombiniert werden, wenngleich die Kapazität der neu eingesetzten Module in der Serienschaltung etwas sinken kann. Das erleichtert den Austausch und die Erweiterung nach einigen Jahren. Da ein Modul nur 1,28 Kilowattstunden hat, kann die Kapazität in feinen Abstufungen an den Einsatz angepasst werden. Insgesamt sind bis zu 57 Kilowattstunden möglich, wenn mehrere Türme parallel geschaltet werden.